Drei Blütenköpfe von Buddleja globosa an einer Kulturpflanze im Hortus botanicus Leiden, zwei frisch orange, einer bereits braun verblüht
Foto: Rudolphous, CC BY-SA 4.0.

Matico ist ein genügsamer Strauch. In seiner Heimat wächst er an Flussufern, Waldrändern und auf gestörten Flächen vom Meeresspiegel bis in die Vorberge der Anden, und in europäischen Gärten steht er seit dem achtzehnten Jahrhundert. Er war der erste Buddleja, der in Großbritannien kultiviert wurde, 1774 aus Chile eingeführt, lange bevor der heute allgegenwärtige Schmetterlingsflieder, Buddleja davidii, aus China kam.

Standort und Boden

Schnitt

Anders als Buddleja davidii blüht Matico am vorjährigen Holz. Ein starker Rückschnitt im Spätwinter entfernt die Blütenknospen. Besser ist ein leichter Schnitt direkt nach der Blüte im Frühsommer: die abgeblühten Triebe um etwa ein Drittel einkürzen und schwache oder sich kreuzende Äste entfernen. Alte, verkahlte Sträucher lassen sich verjüngen, indem man drei Jahre lang jeweils ein Drittel der ältesten Triebe bodennah entfernt.

Vermehrung

Matico bewurzelt leicht. In Versuchen der Universidad de Talca bewurzelten halbreife Stecklinge zu etwa 80 Prozent. Kopfstecklinge aus der Triebspitze bewurzelten am besten, ein Tauchbad in 1.000 bis 2.000 ppm Indol-3-buttersäure beschleunigte die Bewurzelung, und ein Gemisch aus Perlit und Vermiculit war das günstigste Substrat (Doll, Vogel & Jeldres 2003).

Matico als Heilpflanzenkultur

Fast alles Matico-Blatt, das in Chile verkauft wurde, stammte bis vor Kurzem aus Wildsammlung. Die steigende Nachfrage im In- und Ausland hat die Bestände der Art in Teilen ihres Areals verringert und liefert Blattware von sehr ungleicher Qualität (Wilckens et al. 2013). Ein Forschungsprogramm der Universidad de Talca untersuchte deshalb, wie sich die Pflanze in Kultur nehmen lässt:

Das praktische Ergebnis dieser Arbeiten ist einfach. Matico wächst gut aus Stecklingen ausgewählter Mutterpflanzen, verträgt Trockenheit, bringt mit Bewässerung aber mehr Ertrag und lässt sich zweimal im Jahr schneiden. Kultiviertes Blatt entlastet die Wildbestände und gibt dem Verarbeiter einen einheitlichen Rohstoff.

Ernte und Trocknung

Die Blätter werden vor oder während der Blüte gepflückt, wenn der Gehalt an phenolischen Verbindungen am höchsten ist. Getrocknet wird im Schatten oder im Trockner bei niedriger Temperatur, denn Hitze und Licht lassen das Blatt nachdunkeln und senken den Phenolgehalt. Getrocknetes Blatt hält sich etwa ein Jahr in einem geschlossenen Behälter ohne Lichteinfall.

Tierwelt

Die honigduftenden Blütenköpfe werden von Hummeln, Honigbienen und Schmetterlingen besucht, und in Südchile ist Matico im späten Frühjahr eine Trachtpflanze für Imker.